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Der goldene Finger

Nora

Da hatte sie einen goldenen Finger!Es war einmal eine Mutter, sie hatte drei Kinder. Sie wohnten in einem kleinen Haus auf einer Wiese. Das jüngste war ein Mädchen, es hatte langes blondes Haar. Das zweite Kind war ein Junge und dann gab es da noch den ältesten Bruder. Der Vater der Kinder war gestorben.

Eines Tages sagte die Mutter zu den beiden Söhnen: „Geht in die Stadt, um die Kleider zu verkaufen, die ich genäht habe, so werden wir etwas Geld verdienen.“ Denn die Familie war sehr arm. Als die Tochter das hörte, lief es zu ihrer Mutter hin und sagte: „ Mama, warum darf ich nie mit?“ „Weil du dazu noch zu klein bist!“ ,sagte die Mutter. Dann zogen die Söhne los und Mutter und Tochter gingen ins Haus zurück.

Als die Söhne wieder nach Hause kamen, war es schon Abend. Die Mutter fragte: „Habt ihr viel verkauft?“ Da sagte der älteste: „Leider nicht. Aber morgen geht es bestimmt besser.“ Am nächsten Tag gingen die Söhne noch einmal los. Da fragte die Tochter wieder: ,,Darf ich mit?“ „Nein! Du bist zu klein!“, rief die Mutter. „ Oh! Warum bin ich immer zu klein?!“ Darauf gab die Mutter keine Antwort mehr.

Am Abend kamen die zwei wieder zurück. Die Mutter fragte: „Hattet ihr dieses Mal Erfolg?” Die Söhne antworteten: „Ja, hatten wir!“ Nach dem Essen gingen alle ins Bett. Nach einer Stunde stand die Tochter auf und nahm das Bündel, das sie unter dem Kopf versteckt hatte, und machte sich auf den Weg ins Land. Sie sagte zu sich: „Ich gehe weg von hier, es sagen doch sowieso alle, ich bin zu klein.” Da ging sie los, immer einen Weg entlang. Plötzlich stand sie vor einem dunklen Park.

Die Tochter las die Überschrift, die auf einem Schild über ihrem Kopf hing „Der Park des Goldsees“. Sie ging vorsichtig hinein. Das Mädchen sah plötzlich einen Vogel auf einem Ast sitzen. Es fragte: „Macht dir das nichts aus, wenn es hier so dunkel ist? Warum ist es hier so dunkel?“ Er erwiderte: „Den Goldsee hat der Herr des Schwarzen Lichtes zu schwarzem Pulver gemacht. In den Sagen steht: Wenn der Goldsee erlischt, wird es in dem Park immer dunkel sein. Aber wenn ein Kind den See berührt, dann wird er wieder zu Gold und alles erleuchtet endlich wieder. Bis jetzt hat sich noch kein Kind getraut, in den Park zu kommen.“

Die Tochter fragte. „Oje! Kann man denn gar nichts dafür tun, dass es wieder hell wird?“ Der Vogel sprach: „Doch, du musst durch das Labyrinth des Schwarzen Lichtes gehen, in der Mitte ist der See.“ „Danke!“ ,rief das Mädchen. Es wollte schon loslaufen, als der Vogel sie zurückhielt. „Du musst aufpassen, es sind gefährliche Fallen im Labyrinth. Aber ich gebe dir noch einen Tipp! Nimm Kieselsteine und wenn du losgehst, vergiss nicht, ab und zu einen Stein auf den Boden zu werfen. Damit du dann wieder herauskommst!“ ,sagte er. Das Mädchen dankte dem Vogel, steckte sich Kieselsteine in die Tasche und betrat das Labyrinth.

Plötzlich sah es einen Hund er lief auf sie zu und hatte die Zähne gefletscht. Das Mädchen dachte sofort: Auf ihm liegt ein Fluch! Denn er hatte rote Augen und es hatte schon oft Geschichten gehört, in denen Lebewesen rote Augen hatten und ein Fluch sie besetzte. Da fiel dem Mädchen plötzlich ein, wie es an dem Hund vorbeikommen konnte. Die Tochter lief um die Ecke des Labyrinths und als der Hund ihr folgte, rannte sie wieder dorthin, wo sie vorher gestanden hatte. Das Mädchen blieb stehen um sich zu vergewissern, dass der Hund noch da stand und dann rannte es weiter.

Plötzlich, wenn es nicht stehen geblieben wäre, dann wäre es in eine Falltür gefallen. Das Mädchen wollte schon gar nicht in sie hineinschauen, es nahm Anlauf und sprang über die Falltür. Dann lief es weiter und weiter. „Das ist der Goldene See!“, rief die Tochter plötzlich. Die Tochter überlegte nicht lange und steckte den Finger sofort hinein. Plötzlich wurde der See wieder zu Gold und sie hatte einen goldenen Finger. Sie lief aus dem Labyrinth wieder heraus und sofort nach Hause und sie brachte ganz viel Gold mit.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute mit einem goldenen Finger.

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